Reisen in England und durch das UK –
Tipps, Routen und Insiderwissen aus 30 Jahren Erfahrung

Wetter, Anreise, Unterkünfte, Pubs, Sightseeing –
und alles Wichtige zur Einreise nach dem Brexit.

Für mich ist es das schönste Urlaubsland der Welt. Reisen in England bedeutet nette, hilfsbereite Leute, eine wunderbare Mischung aus Natur, Kultur und Aktion, moderates Klima und tolles Essen (hört, hört!). Und das liegt nicht nur daran, dass ich Englischlehrerin bin – auch mein Freund, der zu Beginn sehr skeptisch war, ist mittlerweile total begeistert.

In den letzten 30 Jahren haben wir das Land kreuz und quer bereist – und finden doch immer wieder Flecken, die wir noch nicht kannten und unbedingt sehen müssen. Auf dieser Seite findest du praktische Tipps und Hinweise auf Dinge, die man lieber vermeiden sollte.

🌤 Reisezeit und Wetter

Das Wetter in England ist dem deutschen sehr ähnlich – und stark davon abhängig, wo man gerade ist. Der Osten ist generell wärmer, und nach unserer Erfahrung regnet es dort auch weniger. An der Südküste kann es im Sommer sehr warm werden – die Gegend um Torquay versprüht mediterranen Charme mit Palmen, blauem Meer und kleinen Buchten. Die Kanalinseln, Devon und Cornwall profitieren alle vom Golfstrom.

Wir fahren am liebsten Ende August / Anfang September und hatten bisher, abgesehen von dem einen oder anderen Regentag, immer gutes Wetter. Da wir begeisterte Coast-Path-Wanderer sind, sind Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad für uns optimal. Wir haben aber auch schon bei 30 Grad auf Guernsey gebadet und in Norfolk am Strand gelegen.

🚢 Anreise per Fähre

Wenn man wirklich etwas sehen will, sollte man mit dem Auto anreisen. Keine Angst vor dem Linksverkehr – einfach den anderen Autos folgen, und spätestens nach dem ersten Kreisverkehr kommt es einem so vor, als wäre man nie auf der rechten Spur gefahren.

Für den Süden:

Fähre Dünkirchen–Dover. Liegt vor Calais, 50 km weniger Fahrt, 1 Stunde mehr auf See – der Urlaub beginnt früher. Unter der Woche deutlich günstiger als am Wochenende. Fahrzeit ca. 2 Stunden. Vergleich über Direct Ferries.

Für Mittelengland & Wales:

Nachtfähre Rotterdam–Hull. Abends ~21 Uhr, morgens ~9 Uhr in England. Oft Angebote mit Doppelkabine und Frühstück – und das erste Pint gibt es schon auf Deck.

Für den Norden & Schottland: Nachtfähre Amsterdam–Newcastle. Gleiche Logik wie Rotterdam–Hull: entspannt ankommen, sofort unterwegs sein.

🏡 Unterkünfte – B&Bs und Cottages

Bei kürzeren Aufenthalten lohnt sich unbedingt ein B&B (Bed and Breakfast). Die Vermieter sind häufig im Ruhestand, haben gerne Gesellschaft und geben exzellente lokale Tipps. Aufdringlich werden sie nie – sobald man allein sein möchte, ziehen sie sich sofort zurück.

Immer direkt beim Vermieter buchen – gleicher oder günstigerer Preis als auf den Portalen, weil Listing-Gebühren entfallen. Zahlungsbedingungen vorab prüfen: viele kleinere B&Bs nur Barzahlung. „Ensuite“ = eigenes Bad direkt am Zimmer, „private bathroom“ = über den Flur.

Für längere Aufenthalte: Self-catering in Cottages oder Ferienwohnungen. Bettwäsche, Handtücher, WLAN und Heizung fast immer inklusive. Als Willkommensgeschenk häufig Tee, Milch, Kaffee – und oft eine gute Flasche Wein. Empfehlungen: Sykes Cottages und Classic Cottages.

🍺 Pubs – eine englische Institution

Pub steht für „public house“ – und genau das ist er: ein öffentliches Wohnzimmer, in dem sich Alt und Jung, Wanderer und Partyvolk treffen. Viele Pubs sind uralt, fast alle gemütlich und voller englischem Charme.

Beim Bier gilt: Nicht einfach „a beer“ bestellen – das sieht man dem Barmann an. Es gibt lager (Pils), bitter (Altbier-ähnlich) und ale (Starkbier). Man bestellt ein pint (~0,5 l) oder half pint und nennt die Marke. Immer nach dem „local beer“ fragen – es gibt überall Privatbrauereien mit hervorragendem Bier.

Wichtig: Im Pub bestellt und bezahlt man an der Bar – erst dann sucht man sich einen Platz. Trinkgeld für den Barmann ist unüblich. Nahezu alle Pubs bieten pub grub an. Den Sunday roast nicht verpassen – und Platz für den Nachtisch lassen. „Eton Mess“ und „Spotted Dick“ sind keine Scherze, sondern Klassiker.

Pint und Half Pint – Hafen Whitby im Hintergrund
Welches darf es denn sein? Pint oder Half Pint.
Typisches Pub-Food in England
Ausgewogen, lecker und vitaminreich – falls es mal zu scharf wird, ist der Feuerlöscher nicht weit 😉

🏰 Sightseeing – Pässe lohnen sich

Landschaftlich und geschichtlich gibt es so viel zu sehen, dass man sich entscheiden muss. Eine große Hilfe sind die Besucherpässe, die man vorab online kaufen kann.

English Heritage Pass – Eintritt zu Hunderten historischer Stätten von Stonehenge bis Hadrians Wall. National Trust Pass – Schlösser, Gärten, Küstenabschnitte. Beide inkl. Jump-the-queue.

Lasst euch nicht von den Preisen einschüchtern – wenn man wirklich Lust hat, Dinge anzuschauen, rechnet sich ein Pass fast immer. Die Eintrittsgelder in England sind hoch und machen einen nicht unerheblichen Teil der Reisekasse aus.

Stadt York am River Ouse
York
Rievaulx Abbey, North Yorkshire
Rievaulx Abbey
Castle Howard, North Yorkshire
Castle Howard

🛂 Einreise – Stand April 2026

Reisepass Pflicht – Einreise nur mit gültigem Reisepass. Personalausweis wird nicht akzeptiert. Gilt auch für Kinder und Transitreisende. Ausnahme: Gibraltar.

ETA – neu seit April 2025 – Seit dem 2. April 2025 ist eine Electronic Travel Authorisation verpflichtend. Kosten: 16 £ pro Person, gültig 2 Jahre. Beantragung über die offizielle UK ETA App oder gov.uk. Seit Februar 2026 wird strikt kontrolliert – Fähren und Airlines befördern ohne gültige ETA nicht mehr. Mindestens 3 Tage Vorlauf einplanen.

Roaming – Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 behandeln UK derzeit noch wie ein EU-Land, aber ohne gesetzliche Pflicht. O2 bis Ende 2026 befristet. Unbedingt vor der Reise beim eigenen Anbieter prüfen.

Führerschein – Deutscher Führerschein wird weiterhin anerkannt. Grüne Versicherungskarte empfohlen. Kein Visum nötig für Aufenthalte bis 180 Tage. Verbindliche Infos: Auswärtiges Amt.

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